Mackinger Verlag

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Bali

ISBN: 978-3-902964-00-7
Autor: Heinz-Uwe Haus, Klaus M.Schmidt
Seiten: 132
Preis AT: 15,40 €
Preis DE: 15 €

Die Macht und der Verlust der Seele

Jubiläen sind eigentlich kein Anlass zum Jubeln, sondern eher eine Barriere gegen das Vergessen. Hundert Jahre sind es nun her, seit mit deutscher Hilfe zum ersten Mal die moderne Massenvernichtungsmaschinerie in Gang gesetzt wurde. Man hatte sich zunächst von diesem Stahlgewitter eine reinigende Wirkung, einen neuen Menschen erhofft. Stattdessen erstanden aus der verbrannten Erde mit dem Faschismus und dem Kommunismus nur neue, perfidere Systeme der Menschenunterdrückung, und schließlich ein neuer Weltenbrand, dessen Beginn nun 75 Jahre zurück liegt. Nachdem die sogenannte „zivilisierte“ Welt wiederum mit deutscher Hilfe in Schutt und Asche gelegt und mit dem Holocaust das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte vor aller Augen enthüllt war, stand man vor einem geteilten Europa, einer in Ost und West zerrissenen Welt, deren eiserner Vorhang mitten durch Deutschland verlief. Nur 25 Jahre sind es her, dass mit dem Fall der Mauer endlich auch die deutschen Schwestern und Brüder im Osten wieder frei atmen, sich wieder frei bewegen durften, nicht mehr abends besorgt hinter den Gardinen nach einem auf der Straße geparkten grauen Wartburg Ausschau halten mussten. Das Wechselbad vom nationalsozialistischen zum kommunistischen Gesellschaftsexperiment war endgültig vorbei. Wieder einmal war kein neuer Mensch geboren, sondern die alte, geschundene Menschheit leckte ihre Wunden.
Zwei Kinder, die aus dem zweiten Weltenbrand hervor gingen, der eine aus dem Osten, der andere dem Westen, der eine ein Mensch des Theaters, der andere ein theaterbegeisterter Wissenschaftler haben sich gefunden, um mit dieser kleinen dramatisch-kritischen Trilogie Erinnerungen wach zu rütteln, die gewiss nicht angenehm sind, und am Ende einen Blick auf unsere heutige, von den USA angeführte, vertrackte Welt zu richten, in der es stets darum geht, neue Brände zu löschen, die man zum Teil selbst entfacht hat, wo jeder Versuch, das Rechte zu tun, zu neuem Unrecht führen kann.
Der erste Teil der hier vorgestellten Trilogie zeigt uns wie in einer Gesellschaft, in der jedes falsch gewählte Wort eine persönliche Katastrophe herauf beschwören kann, die Sprache zu einem vielsinnigen Kode pervertiert, in dessen Gestrüpp das Individuum seine Seele verliert. Die enge Welt des Theaters fungiert hier als Schablone für die Allgemeinheit.
Teil zwei versetzt uns mitten in die Utopie, das soziale Experiment, bei dem der einzelne Mensch sogar in seinen privatesten Winkeln der Sexualität zum ferngesteuerten „neuen“ Retortenmenschen degradiert werden soll. Das Experiment läuft aus dem Ruder.
Im letzten Teil befinden wir uns mitten in Amerika, im Irak und in Afghanistan, in den Seelen einiger Marinesoldaten, die sich dort als Kämpfer für die Verteidigung unserer Freiheit wieder finden. Die großen Worte, mit denen das Gebäude unseres christlichen Abendlandes zementiert ist erweisen sich bei genauem Hinhören als heuchlerischer Missklang. Ein Paradoxon tut sich auf.
Die jüngste Weltumfrage gibt uns erschreckende Ergebnisse zum immer noch oder schon wieder grassierenden Antisemitismus. In der Ukraine sollen neue Gräben der ost-westlichen Teilung ausgehoben werden. Demokratie ist aber vor allem etwas, das täglich neu erkämpft und verteidigt werden will. Braucht man dazu Waffen, ist es bereits zu spät.

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