Mackinger Verlag

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Bergh, Clemens:

Wege aus dem Irrgarten der Gefühle. Seelische Vorgänge verstehen, Gefühle besser steuern“

Da ich mich sehr für Psychologie interessiere und es nach meinem jetzigen Studium auch studieren möchte, habe ich schon einige wissenschaftliche Texte und Fachliteratur gelesen. Ratgeber habe ich bisher noch nicht gelesen, aus einem guten Grund. Die meisten sind purer Unsinn. Sie sind schlecht recherchiert, schlecht formuliert und kosten dafür zu viel. Aber da mich der Titel dieses Ratgebers angesprochen hat, gab ich dem Buch 'Wege aus dem Irrgarten der Gefühle. Seelische Vorgänge verstehen, Gefühle besser steuern.' eine Chance. Und ich muss wirklich sagen, dass es mich positiv überrascht hat. Ich möchte vorab sagen, dass ich meine Haltung gegenüber Ratgebern nicht geändert habe, aber ich bin der Meinung, dass 'Wege aus dem Irrgarten der Gefühle. Seelische Vorgänge verstehen, Gefühle besser steuern.' Betroffenen wirklich auf den richtigen Weg führen kann.
Die Sprache ist sehr anschaulich und einfach gewählt, was das Buch leicht verständlich macht.
 Allerdings war der Schreibstil nicht nach meinem Geschmack, was daran liegen mag, dass ich die wissenschaftliche Schreibweise bevorzuge. Außerdem waren manche Satzkonstruktionen etwas verwirrend. Besonders aufgefallen sind mir aber, die sehr humorvollen Überschriften der einzelnen Kapitel, zum Beispiel 'Ich war Winnetou: Autobiographisches Erinnern'. Somit bekommt der Leser oder die Leserin die Möglichkeit sich an Gelesenes zu erinnern, weil man den Inhalt perfekt mit der Überschrift verknüpfen kann. Somit ist die Nachhaltigkeit durch den Ratgeber gegeben. Außerdem schafft es der Autor die komplizierte Fachtermini einfach zu erläutern und diese Erläuterungen durch treffende Abbildungen zu unterstützen und zu veranschaulichen.

Besonders wichtig fand ich es, dass ein Praxisbezug zu den genannten psychologischen Phänomenen hergestellt wurde. Immerhin merkt man sich Dinge besser, wenn man diese mit Beispielen aus dem eigenen Alltag verknüpft.

Das Glossar am Ende ist für mich immer ein wichtiger Punkt in der Fachliteratur. Es ist hilfreich, wenn man mal etwas nachschlagen will oder man vielleicht einen Fachbegriff nicht verstanden hat.
Herr Bergh stellt den Beruf als Psychotherapeut sehr transparent vor. Der Leser erfährt viel über die Arbeit, Herangehensweise und über Methoden.

Als besonders interessant empfand ich die vielen Forschungsergebnisse und Studien auf die in dem Ratgeber eingegangen wird.

Dass eine Therapie auch scheitern kann (Welche Gründe es auch immer haben mag), wird im Laufe des Buches deutlich gemacht. Allerdings sollte man sich daraufhin nicht entmutigen lassen. Für alle die den Schritt zum Psychotherapeuten nicht gehen wollen, erhalten hilfreiche Tipps zur 'Eigentherapie'.
Der Titel ist treffend gewählt und weckt das Interesse der LeserInnen. Er hebt sich gut vom restlichen, klar strukturierten Cover ab.

Alles in allem ist 'Wege aus dem Irrgarten der Gefühle. Seelische Vorgänge verstehen, Gefühle besser steuern.' ein nützlicher Ratgeber, der seinen Preis wert ist. Außerdem gehört er zu der seltenen Art von Ratgebern, die für einen Betroffenen wirklich hilfreich sein können.

(BloggerIn)

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Bergh, Clemens:

Wege aus dem Irrgarten der Gefühle. Seelische Vorgänge verstehen, Gefühle besser steuern“

In dem Buch Wege aus dem Irrgarten der Gefühle von Dr. Clemens Bergh schildert er uns seine Erfahrungen mit der Behandlung von Depressionen, Ängsten und Zwangsstörungen. Zusätzlich vermittelt er, wie man die Informationen praktisch umsetzen kann, sowohl als Betroffener, wie auch als Angehöriger.

Der Titel ist gut getroffen, das Cover wirkt eher traurig. Zum Buch passt beides irgendwie. Betroffene fühlen sich von dem Titel vielleicht schon gleich angesprochen und verstanden.

Dafür, dass es ein Fachbuch ist, lässt es sich wirklich gut und flüssig lesen. Man wird direkt angesprochen. Das Buch ist in einer einfachen Sprache geschrieben, die Fremdwörter halten sich in Grenzen, jeder kann es verstehen. Für die Fremdwörter, die man dennoch nicht kennt, gibt es am Ende des Buches ein Glossar, das umfangreich und damit sehr hilfreich ist.

Es gibt einige Abbildungen im Buch, sie verdeutlichen und lockern etwas auf.

Man erfährt viel von der Arbeit eines Psychotherapeuten, sowie Arbeitsweisen und Hintergründe, aber auch Studien aus Wissenschaft und Forschung. Er untermalt fast alles was er sagt mit Beispielen aus dem Berufsalltag. Dadurch lernt man sehr viele interessante Aspekte kennen.

Er gibt Tipps, was man bei einer Eigentherapie beachten muss, aber auch, was man bei der Auswahl eines Therapeuten beachten muss, wenn man sich zu diesem Schritt entscheidet. Er erklärt viel über die Entstehung von psychischen Störungen bzw. Auslösern.

Am Ende des Buches gibt es eine Zusammenfassung in Stichworten. Diese Zusammenfassung bringt das Buch wirklich sehr gut auf den Punkt und ruft nochmal das wichtigste in Kurzform in Erinnerung. Diese Zusammenfassung ist wirklich gut gemacht. Wenn man nochmal kurz was nachschlagen will, kann man auch sehr gut in der Zusammenfassung nachschauen, da diese nur wenige Seiten umfasst.

Insgesamt hat mir der komplette Aha-Effekt gefehlt, aber trotzdem konnte ich einige Dinge aus dem Buch mitnehmen.

(Bloggerin)

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Haus, H.-U. und Schmidt, K. M.:

„Die Macht und der Verlust der Seele. Anlauf – Schwarze Sonne – Hard Way. Trilogie auf der Suche nach einer neuen Welt – Drama und Kritik“

Dramen-Trilogie

Ein sehr anspruchsvolles Buch liegt vor mir, mit drei Minidramen von H.-U. Haus. Unverzichtbar für deren Verständnis, und für sich interessant lesbar sind die Beiträge des Zweitautors, K.M. Schmidt, der die Dramen diskutiert und erläutert. Beides zusammen ergibt eine intelligente Kritik an der inneren Logik von Gesellschaften.

Der Band beginnt (erstes Minidrama) mit der entstellenden Kommunikation in der Ex-DDR. Wie zerfallen Gespräche (und Seelen!), wenn man nicht weiß, wer ein IM (Informeller Mitarbeiter), wer (politisch unerwünscht) homosexuell, und wer am Absprung (in den Westen) ist? Ebenso absurd ist der zweite Versuch: Utopien, gesteuerte Paarung, Eliminierung alles Menschlichen zum Zweck der Schaffung des „neuen Menschen“. Und drittens: Die USA. Die größte Demokratie mischt sich ein, im Irak, in Afghanistan … Als Soldaten angeheuerte Arbeitslose finden sich auf fremdem Territorium nicht zurecht (in jeder Hinsicht) und werden mit dem Sternenbanner auf dem Sarg als Helden zurückgeflogen. Die Minenfelder bleiben.

(Amazon).

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Haus, H.-U. und Schmidt, Klaus, M.:

„Die Macht und der Verlust der Seele. Anlauf – Schwarze Sonne – Hard Way. Trilogie auf der Suche nach einer neuen Welt – Drama und Kritik“

Der beschädigte Mensch

Die Dramatik von Heinz Uwe Haus, interpretiert von Klaus M. Schmidt

Was verbindet Bertolt Brecht mit der griechischen Tragödie? Darüber ließe sich trefflich eine umfangreiche Abhandlung schreiben. Vermutlich mangelt es aber schon heute daran nicht. Die hier aufgeworfene Frage soll eine nahezu triviale Beantwortung erfahren. Sie liegt in dem hier angezeigten Buch verborgen, in der Lebensgeschichte des Autors Heinz Uwe Haus, der in der Tradition der griechischen Tragödie und des epischen Theaters Bertolt Brechts drei dramatische Szenen vorstellt, die von Klaus M. Schmidt interpretiert werden. Beide Autoren, der eine aus Ost- der andere aus Westdeutschland, lehren seit vielen Jahren an amerikanischen Universitäten. Haus ist Theaterwissenschaftler, zudem arbeitet er weltweit als Regisseur. Er inszenierte vor allem Stücke des antiken griechischen Theaters. So verbindet er Theorie und Praxis. Schmidt ist einer der Pioniere der Computerlinguistik. Er erstellte eine Datenbank für mittelalterliche Literatur.

Im Mittelpunkt der drei dramatischen Szenen steht das Aufzeigen der menschlichen Existenz in der Tiefe ihrer Widersprüche, die allzu oft ihre Ursache in den Verstrickungen der Gesellschaft mit der Macht haben. Das Thema ist, wie die Stoffe der griechischen Tragödie, zeitlos. Davon zeugen auch die das Buch eröffnenden und abschließenden Zitate von Bertolt Brecht. Sie entlarven den Menschen, der nach außen als Einheit auftritt, aber in Wirklichkeit im Inneren eine „kampfdurchtobte Vielfalt“ darstellt. Das Buch schließt mit zwei Dialogzeilen aus Brechts „Galileo“. Sie lauten: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat. / Nein. Unglücklich das Land, das Helden braucht.“

Damit wird der thematische Rahmen abgesteckt. Es geht einerseits um die beschädigte Existenz des Menschen in der Diktatur. Um Lüge und Wahrheit. Um Verrat und Treue. Den Rahmen bildet dafür die eigene Erfahrung von Haus als Meisterschüler und aufstrebender Regisseur am Deutschen Theater in Ostberlin in den siebziger und frühen achtziger Jahren. Er scheiterte, weil er unbequem wurde, an der Zensur. Er musste das Land verlassen. Und sein Weiterleben in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo er auf eine ganz andere Gesellschaftsordnung traf, die sich von ihrem Traum „Gods own country“ zu sein, weit entfernt hat. Die Autoren erblicken in den jüngsten Kriegshandlungen der USA im Irak und Afghanistan, in Falludscha und Kabul, den Verrat der westlichen Werte, „die innere Selbstzerstörung der westlichen Demokratie“, die sie „durch Missbrauch der Macht für billige politische Zwecke mehr und mehr entleert“ sehen. Sie ziehen einen Bogen vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zu den Kriegshandlungen der Gegenwart und fordern, die gesellschaftliche und moralische Heuchelei zu beenden. „Man hat vergessen, dass man sich selbst zuerst dem Test der Heuchelei auszusetzen hat, bevor man als Kreuzritter in die Welt auszieht“, lautet einer der Kernsätze der Interpretation von Klaus M Schmidt. Er gilt für Individuen genauso wie für Gesellschaften.

Die erste der drei dramatischen Szenen: „Anlauf aus der Asche“ besteht aus sechs Teilen, die auf der Bühne eines Theaters stattfinden. Das Theater wird so selbst zum Theater. Es dient als Brennglas der gesellschaftlichen Probleme in der Ära Honecker und Mielke. Haus konzentriert sich dabei auf den Wandel und die Anmaßung der Sprache. Sie bringt „die tiefsten Abgründe des Zynismus im Subtext unter der scheinbar absurd dahin plätschernden Konversationsoberfläche ans Licht“. Das Theater und die verstümmelte Sprache der beteiligten Darsteller dienen ihm als Bühne und Ausdrucksform des korrumpierten und verlogenen intellektuellen Klimas der Diktatur. Der Bezug zur DDR ist unverkennbar, aber im Grunde sprechen die Szenen für ein unterdrücktes Leben, dem die geistige Freiheit und die spirituelle Erkenntnis versagt bleiben.

Die zweite dramatische Szene: „Fernrottung. Aktenkundig“ umfasst sechs kurze Prosa-Gesänge. Sie schildern „Zwei Mal Endzeit“, 1945 die Phase kurz nach dem Tod Hitlers im Führerbunker und nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Zweimal gingen Deutschlandbilder in Trümmer, die sich einer totalitären Ideologie verschrieben hatten. Schmidt leitet sie wie Haus aus F. Tomasso Marinettis Manifest „Le Futurisme“ aus dem Jahr 1909 ab, das dem Faschismus und Kommunismus gleichermaßen den Weg bereitete. Haus verdinglicht diese Endzeiten in der Geschlechterbeziehung.

Die aufregendste und kompositorisch anspruchsvollste dramatische Szene bietet die Minitragödie „The Hard Way Out“. In ihrem Zentrum steht die Geschichte eines Marinesoldaten, der nach Kämpfen in Falludscha und in Helmand durch eine Autobombe den Heldentod stirbt und von der Nation gefeiert und betrauert auf dem Friedhof in Arlington begraben wird. Dieser Heldentod steht nicht für einen Mann oder eine Frau der US Marines, er steht steht für Hunderte Gefallene, die für ihr Vaterland kämpften, um Gutes zu tun. Sie glaubten auf der richtigen Seite zu stehen und lernten, dass auch die richtige Seite mehrere Seiten hat. Viele von ihnen wurden schuldlos schuldig. Sie verloren den Glauben an ihren Auftrag. „They feel like if we weren’t here, bombs wouldn’t be in the ground“. Sie hatten das Gefühl, für die Bomben im Boden mitverantwortlich zu sein, weil die Kriege moralische und völkerrechtliche Grenzen überschritten.

Helden werden gesichts- und geschichtslos, wenn sie dicht gereiht auf dem Soldatenfriedhof liegen. Ihre Individualität geht verloren. Sie werden zur Rechtfertigung politischer Entscheidungen, deren Berechtigung immer mehr in Zweifel gezogen wird, je weniger ihr Auftrag für den sie in den Krieg zogen überzeugt. Haus fragt nach dem Warum. Der Hinweis auf den 11. September reicht ihm nicht mehr aus. Schade, dass diese dramatische Szene nur in amerikanischer Sprache nachzulesen ist. Eine deutsche Übersetzung wäre in dem ansonsten deutschsprachigen Buch von Vorteil gewesen. So wirkt sie fremd. Oder soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass sie aus dem historischen Rahmen herausfällt?

Das Wagnis des Buches besteht darin, die großen Geschichten der Erinnerung 1945, 1989, 2001 miteinander in Verbindung zu setzen. Niemand wird daran zweifeln, dass es zwischen diesen Ereignissen Verbindungslinien gibt. Sie zeigen sich am auffälligsten in der Rolle der Vereinigten Staaten, ohne deren politisches und militärisches Engagement Europa wohl kaum vom Joch der totalitären Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts befreit worden wäre. Aber ist es erlaubt, von dort den Bogen zu den Kriegen der Gegenwart zu ziehen, in die ja auch Europa und Deutschland zum Teil mit eingebunden sind? Die Chance des Buches besteht darin, deutlich zu machen, dass es auch im Ungleichzeitigen und Ungleichen Parallelen gibt. Diese Parallelen zeigen sich vor allem im Schicksal einzelner Menschen. Seine Bedrängnisse haben auch mit dem Ende der großen Erzählungen des zwanzigsten Jahrhunderts nicht aufgehört.

(Rezensionsforum, Günther Rüther)

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Holzner, Brigitte M.:

Feuerberg und Tigerholz. Erzählungen aus Indonesien“

Eindrücke aus Indonesien in Kurzgeschichten.

Viele Jahre ist die Psychologin und Entwicklungssoziologin in verschiedensten Ländern in der Entwicklungshilfe tätig. So hat sie auch viele Jahre in Indonesien verbracht. In einem Schreibseminar hat sie der Dichter Julian Schutting dazu motiviert ihre Geschichten aufzuschreiben und in einem Buch zu veröffentlichen. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis. In Kurzgeschichten werden uns Szenen und Begebenheiten aus Indonesien geschildert. Teilweise sehr persönlich und teilweise sehr systematisch. Ein netter Zugang zum riesigen Land Indonesien und seinen Menschen.

(Amazon)

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Mackinger Herbert:

Libretto zur Oper Cerro Rico“

Dieses wunderbare Libretto ist getragen von einer Liebe für die Menschen im Hochland Boliviens, von einer Betroffenheit über die Härte ihrer Arbeitswelt und stellt natürlich eine herbe Kritik an den herrschenden Zuständen dar. Ich würde mich freuen, diese Oper auf einer Bühne zu erleben.

(Amazon)

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Montoya, Victor:

Die Legende vom Tio; Erzählungen aus dem Bergwerk“

Montoya und sein Freund „Tio“

Aufgewachsen in der Bergwerksregion des bolivianischen Hochlandes, ist Victor Montoya zweifellos berufen, über den „Tio“ zu schreiben. Der Tio ist eine mythologische Figur, Herrscher über die „Unterwelt“ der Bergleute und die Erzvorkommen in den Minen des bolivianischen Altiplano. Er sitzt – oft überlebensgroß, aus Lehm geformt, geschmückt – in der Nähe der Mundlöcher und wird von den Bergleuten bei jeder Bergfahrt geehrt. Man leistet Tribut in Form von Zigaretten, Kokablättern und Schnaps, und erbittet so einen reichen Erzfund und vor allem eine gesunde Ausfahrt. Natürlich blieb der „Tio“ im Laufe der Jahrhunderte nicht alleine: Eine Entourage – Gemahlin, Geliebte, Kinder – sammelte sich um ihn und im Volk kursieren zahlreiche Geschichten über Streiche, der er sich leistet. Seine einzige mächtige Gegenspielerin ist die Heilige „Virgen del Socavon“, quasi „unsere“ Heilige Barbara. Zwei Mal im Jahr – so die Abmachung – kommt der Tio nach „Oben“ und dann wird gefeiert: Währen der Diablada – einem Volksfest und Weltkulturerbe – wird die Verstoßung des Tio in die Mine durch den Erzengel Michael reinszeniert.

Das Buch enthält Erzählungen über den Tio und zehn Abbildungen aus den Stollen. Sollte eines Tages auch diese Tradition verschwinden, so bleibt das Buch ein Dokument über eine über Jahrhunderte gelebte Kultur.

(Amazon)

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Moog, Thomas:

Bali – Götter, Geister und Dämonen“

Erst wer zu unterscheiden lernt, kann die überbordende Götter- und Geisterwelt der BalinesInnen genießen. Überall, an den Straßen und in den Tempeln begegnet sie uns. Ganesa ist leicht zu erkennen: Der Elefantenköpfige. Aber: Wer ist Rama, wer Brahma, wer Saraswati? Saraswati, die Gattin von Brahma, steht für Kunst und Erkenntnis. Sie steht auf einer Seerose, hat vier Arme und spielt die Laute. Aber wofür verehren die Balinesen Ganesa? Das Buch von Thomas Moog ist eine wahre Fundgrube. Knappe, klare Schilderungen der wesentlichen „göttlichen“ Aufgaben, und Abbildungen ihrer typischen Erscheinungsformen erzeugen ein Verständnis für die hinduistische Lebenswelt und verstärken somit die betörenden Eindrücke, die jeder Urlauber aus Bali mitbringt. Besser geht es nicht.

(Amazon)

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Moog, Thomas:

„Bali – Götter, Geister und Dämonen“.

Super erklärt...

endlich mal ein Buch, das die vielschichtige Götterwelt von Bali gut erklärt. Es ist echt interessant und wer einmal auf Bali war, kann es verstehen..

(Amazon)

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Moog, Thomas:

„Bali – Götter, Geister und Dämonen“.

Die Schlagworte „Bali“ sowie „Götter“ und „Dämonen“ finden sich zahlreich in Buchtiteln sowohl wissenschaftlicher Bücher als auch von Romanen, Reiseführern, Bildbänden, Posterbüchern, Kalendern u.v.m., auch wenn diese die Thematik der Götter und Dämonen nur am Rande behandeln. Moogs vorliegendes Buch zu Bali enthält, was es im Titel verspricht und erfüllt zudem ein wissenschaftliches Desiderat, da bislang in dieser Art noch keine Veröffentlichung zu den Göttern und Dämonen Balis erschienen ist. Einzig ein Ausstellungskatalog zu Java und Bali aus dem Jahre 1980 beschäftigte sich bisher in einem Kapitel in ähnlicher Weise dezidiert mit hinduistischen Skulpturen und lieferte detaillierte Erklärungen zu den damals ausgestellten Skulpturen (vgl. Linden-Museum Stuttgart [Hrsg.], Java und Bali. Mainz, 1980). Moog jedoch konzipierte sein Buch als Nachschlagewerk mit einleitenden Erklärungen, welches unter anderem durch die zahlreichen und teils farbigen Abbildungen durchaus auch zum Schmökern animiert.

Der Autor lebte zehn Jahre lang in Indonesien, wo er mehrere ethnologische Forschungsarbeiten durchführte. Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung mit den Bombenanschlägen 2002 und 2005 in Bali werden seiner Meinung nach solcherart durchgeführte Forschungen mittlerweile kaum noch möglich sein, da Informationen über Unerklärbares seitdem wieder mit Diskretion behandelt werden. Der indonesischen und balinesischen Sprache mächtig, war es Moog jedoch vor diesem Umbruch noch möglich die Informationen zu diesem Band zusammenzutragen und zu analysieren. Als literarische Quellen zieht er überwiegend indonesischsprachige Literatur heran.

Auf 159 Seiten analysiert Moog die außerordentlich komplexe mythologische Welt der Balinesen und systematisiert ihre unsichtbaren, jedoch zahlreich auf der Insel präsentierten göttlichen und dämonischen Wesen sowie deren Geschichten. Ziel des Buches ist es ganz offensichtlich, genau diese Komplexität für die Leser aufzuschlüsseln und durchschaubar zu machen. Das Buch gliedert sich in zwei Hauptkapitel, denen eine Einführung vorausgeht. Im Anhang befinden sich zudem noch die Bibliographie und ein Glossar.

Die auf sieben Seiten kurz gehaltene Einführung ist unerlässlich, um selbst den mit der Thematik vertrauten Lesern die unterschiedlichen kosmischen Einteilungen der Balinesen und die Einbettung ihrer Götter in diese darzustellen, wobei auch deren Nachkommen und Inkarnationen eine Rolle spielen und so die Komplexität der Thematik ersichtlich wird. Hierbei wird auch der balinesische Gottesbegriff definiert und es finden sich zudem Hinweise zu Aussprache, Betonung, Schreibweise und dem Schriftbild.

Das erste Hauptkapitel mit dem Titel „Die Welt des Unsichtbaren“ ist das umfangreichere der zwei großen Hauptkapitel und analysiert auf 98 Seiten die Bedeutungen von insgesamt 50 unterschiedlichen Göttern und Dämonen, welche namentlich in alphabetischer Reihenfolge angeordnet sind und deren Wesensart sich unterhalb des jeweiligen Namens erschließt, z.B. Kala – Dämon der Zeit. Jedem Gott bzw. Dämon ist eine Doppelseite gewidmet, wobei sich auf der linken Seite die textuelle Einbettung befindet und auf der rechten Seite jeweils unterschiedliche Abbildungen von diesen auf Zeichnungen, Holz- und/oder Steinskulpturen, Malereien, Schnitzereien u.ä. zu sehen sind. Diese Abbildungen veranschaulichen den Lesern die Einbettung der Götter und Dämonen in das Leben der Balinesen, zeigen aber auch die Verwendung bestimmter Götter und Dämonen als vielfach reproduzierte und verkäufliche Touristenobjekte. Auch ist es so Bali-Reisenden möglich, dort präsentierte Götter bzw. Dämonen anhand der Abbildungen zu identifizieren und gleichzeitig deren Wirken zu erfahren. Alle in diesem Buch beschriebenen Götter und Dämonen sind im Text in Großbuchstaben geschrieben, sodass die Leser stets deren Querverbindungen nachlesen können. Verweise zu den einzelnen Abbildungen sind kaum im Fließtext vorhanden und erübrigen sich, da die Abbildungen stets dem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Gott bzw. Dämon zuzuordnen sind.

Das zweite Hauptkapitel analysiert auf 24 Seiten zum ersten Mal in der deutsch- sowie fremdsprachigen Literatur den kosmischen Garten Tirtagangga, welcher sich im balinesischen Verwaltungsbezirk und früherem Königreich Karangasem befindet und von dessen letztem König errichtet wurde. In dem öffentlich zugänglichen Garten repräsentieren drei Zonen die drei Welten des hinduistischen Kosmos: die göttliche Welt, die Insel der Geister (Unterwelt) und den Pfad der Krieger (Menschenwelt). Alle werden durch Skulpturen repräsentiert, welche in diesem Kapitel in dem jeweils ihnen zugehörigen Bereich erläutert werden. In der göttlichen Welt sind dies acht, auf der Insel der Geister 17 und am Pfad der Krieger 20 Skulpturen. Die acht Götter werden bereits im ersten Hauptkapitel ausführlich beschrieben, bei den Dämonen und Geistern kommen im zweiten Hauptkapitel neun weitere hinzu. Diese 17 in Tirtagangga befindlichen Geisterskulpturen repräsentieren allerdings nur die am häufigsten für Zauber in Bali herangezogenen Geister. Der Pfad der Krieger, die Menschenwelt, wiederum wird von Hauptpersonen aus dem beliebten indischen Epos Mahabharata repräsentiert. Die Repräsentanten aller drei Bereiche werden auch in diesem Hauptkapitel durch Abbildungen sichtbar gemacht. Die allermeisten der in diesem Buch vorkommenden Götter, Geister, Dämonen, aber auch die Personen aus Mahabharata beschreibt Moog neben weiteren auch in seinem ebenfalls 2013 im Mackingerverlag erschienenen Buch „Java – Wayang Kulit, Göttliche Schatten“, da diese im sowohl in Java als auch Bali stattfindenden Schattenspiel (Wayang Kulit) zum Einsatz kommen.

Das vorliegende Buch richtet sich an Ethnologen, Religionswissenschaftler, Historiker, aber auch an eingehend an der balinesischen Kultur interessierte Leser. Durch seine kompakte Gestaltung und optischen Querverweise erspart es die bislang nötigen langwierigen Recherchen. Der Preis des Buches ist durch den Druck auf Fotopapier und zahlreichen Farbabbildungen auf jeden Fall positiv zu bewerten. Die Abbildungen erweitern das Buch auch zu einem optischen Nachschlagewerk und tragen zudem zu einem besseren Verständnis dieser sehr komplexen Thematik bei. Gleichzeitig wird den Lesern durch die Wahl der Motive und deren Vielgestaltigkeit vor Augen geführt, dass es sich bei Göttern und Dämonen noch immer um ein aktuelles und im balinesischen Alltag verankertes Thema handelt.

(Anthropos)

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Moog, Thomas:

Bali – Götter, Geister und Dämonen“

Als mehrfacher Bali-Reisender war ich schon sehr gespannt auf das Buch, ob der eine oder andere interessante Tipp über die Insel der Götter am Rande des Indischen Ozeans für mich enthalten ist.

Vorweg Thomas Moog hat mit diesem Buch eine riesen Arbeit geleistet. Ich hab sogar zweimal nachgesehen ob Thomas Moog Ethnologe für südost-asiatische Kulturen ist. Nein ist er nicht. Nun etwas mehr zum Buch. Thomas Moog führt klar strukturiert und systematisiert durch die Welt der Geister, Götter und Dämonen von Bali. Er beendet das Buch mit einem äußerst interessanten Kapitel über die kosmischen Gärten. Es ist (leider) äusserst detailliert und ausführlich. Thomas Moog geht auf jedwelche Zusammenhänge, Wechselspiele in dieser Glaubenswelt ein und erläutert dies sehr gut verständlich. Die begleitenden Darstellungen und Illustrationen unterstützen hier noch zusätzlich sehr gut.

Jetzt kommen wir aber zu dem großen ABER bei diesem Buch. Wer hier einen leichten Reiseführer für den ersten Bali-Aufenthalt erwartet wird 1. enttäuscht und 2. hoffnungslos überfordert sein. Das Buch rangiert für mich gefühlt irgendwo zwischen “Bali – Reiseführer/Hintergrundinformationen für Profis” und einer echten wissenschaftlichen Arbeit. Allen Respekt was hier Thomas Moog über Jahre an Recherche und wissenschaftlicher Arbeit geleistet hat, um hier dieses Wissen in dieser Form aufbereitet zusammenzutragen.

Wer wie ich bereits mehrmals auf Bali verweilt hat wird an diesem Buch seine helle Freude haben. Die zum Teil verwirrenden Zusammenhänge der Götterwelt die man von den lokalen Guides erklärt bekommt, werden anhand dieses Buches auf einmal nachvollziehbar und verständlich. Es ist definitiv ein Buch für “nach” Bali, also für daheim zum Lesen. Ich würde es auch keinem empfehlen es mit zunehmen, da dies von den mannigfachen kulturellen Eindrücken auf der Insel der Götter zu sehr ablenkt.

Sehr gut fand ich das Kapitel über den kosmischen Garten, der mir so noch nicht bekannt war und den ich, sollte ich noch einmal auf die Insel gelangen, auf jeden Fall besuchen werde.

(Blogger)

 

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Moog, Thomas:

Bali – Götter, Geister und Dämonen“

Die Einführung beschäftigt sich mit grundlegenden kosmologischen Vorstellungen der Balinesen. Die körperlichen Entsprechungen und Eingang und Sitz der Götter in den menschlichen Organen werden ausführlich erklärt und tabellarisch dargestellt. Die balinesische Interpretation der Schöpfung enthält eine Vielzahl verwandtschaftlicher Verknüpfungen und Inkarnationen. Moog verschafft einen Überblick und stellt die Unterschiede zwischen vedischen und hinduistischen Nachkommen und Inkarnationen heraus. Auch wenn Bali die "Insel der Götter" genannt wird ist die Religion eine monotheistische. Die Balinesen sehen alle Göttinnen, Götter und Dämonen als Manifestationen ihres einzigen Gottes: Sanghyang Widi Wasa.

Die Welt des Unsichtbaren: 50 Götter und Dämonen werden samt ihrer Zuschreibungen, Aufgaben und Eigenschaften beschrieben und mit reichen Abbildungen dargestellt. Diese Abbildung der balinesischen Kosmogenie ist wie eine Enzyklopädie aufgebaut. Die Werdens- und Vergehens-geschichten und ihre kulturellen Adaptionen stellt Moog in klarer und ausführlicher Sprache dar. Es sind reiche mythologische Geschichten, die Moog offenbart. Teilweise lesen sie sich spannend wie ein Krimi und erinnern an Geschichten unserer Welt. Eine Frau die sich nicht umdrehen darf, eine unerfüllte Liebe zwischen zwei Welten und ein Göttersohn, der die Menschen vor Bedrohungen schützt und moralische Lehren erteilt .... die Mythen der Menschheit, von C.G. Jung in seinen Archetypen kompakt erklärt und in Büchern wie Der Heros in tausend Gestalten (für Fantasy-Fans und Schreiberlinge unbedingt empfohlen) vergleichend nebeneinander gestellt, weisen verblüffende Ähnlichkeiten auf.

Thomas Moogs Buch schließt mit einer genauen Beschreibung des Kosmischen Gartens, die reich bebildert ist, einer ausführlichen Bibliographie und einem reichen Glossar.

Dieses Buch ist ein kleiner Schatz, der nicht nur alle Bali-Fans begeistern wird, sondern auch für die Erforscher der Mythen der Menschen ein wertvolles Nachschlagewerk ist.

(BloggerIn)

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Moog, Thomas:

Bali – Götter, Geister und Dämonen“

Total interessant und auch für Nichtsoeingeweihte gut verständlich.

Empfehlung für jeden der nach Bali reist oder auch schon dort war

(Amazon)

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Moog, Thomas:

Bali – Hinter der Fassade“

Gönne dir den Blick hinter die Fassade!

Hätte ich das Buch schon vor unserem Urlaub gelesen, hätte ich Bali noch mehr genossen“, sagte eine Freundin zu mir. Und warum? Weil es Einblicke gibt in das „Funktionieren“ der Menschen, in gesellschaftliche Regeln, die sich einem Besucher nicht unbedingt erschließen. Als Besucher faszinieren die Reisterrassen; aber: Wie ist ihre Bewässerung organisiert? Was steckt hinter den permanenten Opferungen, und warum gleich dutzende Male pro Tag opfern? Stecken denn die Menschen voller Angst (zu wenig zu opfern)? Im Buch habe ich zum ersten Mal erfahren, dass die Verfassung den Glauben an einen einzigen Gott vorschreibt, und auch darauf geht es ein: Wie schaffet es der balinesische Hinduismus, mit ihrer Vielfalt an Göttern diese Verfassungs-Vorschrift zu erfüllen? Eine echte „Anreicherung“ des Urlaubes.

(Amazon)

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Moog, Thomas (Hrsg.):

„Bali ­ Hinter der Fassade“

Eintauchen in das authentische Bali, in das „Dahinter“, das ganz anders ist, als man es aus den Prospekten des geplanten und für die Touristen zugeschnittenen Urlaubslandes kennt, kann man mit Hilfe dieses Buches. Im Rahmen einer Feldstudie beschäftigten sich eine Gruppe Studierender mit den Hintergründen, die man als „normaler“ Besucher von Bali kaum bis gar nicht kennenlernt. Jeder der jungen Autoren hat sich auf andere, wichtige Aspekte des Landes konzentriert.

In einem Vorwort gibt der Herausgeber und Indonesienkenner Thomas Moog einen kurzen Einblick in die Entwicklung und spätere „Kreierung“ zum „Klischeeland“ Bali. Er hat die auch die Feldforschergruppe begleitet und zwischen den Europäern und den Einheimischen vermittelt. Es folgt ein kurzer Überblick, der die Themen, sowie deren AutorInnen vorstellt.

Im nächsten Kapitel schreibt Univ.­ Prof. Dr. Hermann Mückler, der die Gruppe leitete, über den Sinn und Zweck eines solchen Feldpraktikums und wie dieses geplant wurde bzw. abgelaufen ist. Er erzählt auch, mit welchen Fragen sich ein Kultur­ und Sozialanthropologe bei einer solchen Aufgabe auseinandersetzten sollte. Denn einfach in eine Menschengruppe hineinplatzen nach dem Motto „Hallo hier bin ich! Und jetzt erzählt mir einmal alles über euch!“ ist vielleicht nicht die beste Annäherung.

Nun folgen die Berichte und Erkenntnisse der Studierenden. Von der Musik und den Tempelzeremonien Balis, hier besonders die „Gamelan­Musik“, über das Wesen der Holzschnitzkunst, der Architektur, der Ernährung, des Tourismus bis hin zu dem Einfluss der gelebten Religionen auf das Leben in Bali findet der Leser eine Menge an Informationen und oft sehr persönlich gefärbte Berichte, in denen die Studenten ihre Erleb­ und Erkenntnisse rund um ihr gewähltes Thema darlegen.

„Hintergründe“ und „Anliegen“, Grundlegendes, Traditionen und die Bedeutung in der Religion und Geschichte werden in vielen spannenden Kapiteln beleuchtet. Am Ende der Abschnitte findet sich noch eine Kurzvita der jeweiligen Autoren sowie ein Quellenverzeichnis. Ein Anhang mit einem umfangreichen Glossar, einer kurzen Erklärung zur Aussprache der indonesischen und balinesischen Sprache sowie eine kurze Info zur Schreibweise fehlten ebenfalls nicht. Eine bebilderte Kurzvita über den Herausgeber Thomas Moog und eine kurze Auflistung seiner Publikationen runden das Buch hervorragend ab.

Alle Reisebegeisterten, die hinter die Kulissen eines perfekt hergerichteten Touristenparadieses schauen wollen, halten mit diesem Buch einen wertvollen und sehr interessanten Schatz in den Händen, der ihnen einen Einblick in eine besondere Kultur und seine Menschen ermöglicht, wie man es als „normaler“ Tourist wohl kaum jemals zu sehen bekommt.

Das Coverbild des Taschenbuches passt hervorragend zum Thema und der Rückseitentext macht neugierig. Zahlreiche Schwarzweiß­Fotografien, Karten und Pläne helfen, das Thema auch optisch zu erfassen. Jeder der 12 Autorinnen und Autoren stellt seine Erkenntnisse und Erfahrungen in einem großen Kapitel vor, das jeweils wiederum in kleinere Abschnitte unterteilt ist.

Vor Beginn der Lektüre äußern sich auch der Herausgeber Thoms Moog und der Univ.–Prof. Dr. Hermann Mückler zu Bali und dem „Dahinter“. Ein Anhang mit Glossar, sowie Infos zu Aussprache und Schreibweise der balinesischen Sprache runden das Buch gut ab. Den Schlusspunkt des Sachbuches setzt die bebilderte Kurzvita des Herausgebers Thomas Moog.

Wer nach Bali reisen möchte und mehr über Land, Leute, ihre Probleme und ihre Wichtigkeiten erfahren möchte, als die üblichen 0­8­15 Gemeinplätze, der wird mit diesem absolut empfehlenswertes Buch eine Menge unbekannter Fakten zu entdecken haben. Interessierte Leser, die vielleicht nicht so weit reisen, aber trotzdem einen fundierten und spannenden Blick in die Besonderheiten einer vollkommen anderen Kultur werfen möchten, werden ebenfalls sehr viel Freude an dem Buch haben.

(Leserwelt, Das Literaturportal)

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Moog Thomas.:

Java – Wayang Kulit; Göttliche Schatten“

Vom Dschungel des Schattenspieltheaters

Wayang – meist mit „Theater“ übersetzt – ist eine Form der Abbildung, wie sie in Süd- und Südostasien in unterschiedlichen Ausformungen vorkommt. Das Werk des Indonesienexperten Thomas Moog stellt das Wayang Kulit genannte Schattenspieltheater vor, das besonders auf der indonesischen Insel Java tief verwurzelt ist. Die Einleitung widmet er zur Abgrenzung den verschiedenen Formen des Wayang. Daran schließen Erzählungen und Erklärungen der im Schattenspiel nachgestellten Epen Ramayana, Mahabharata und Arjuna Sasrabahu an, die im heute muslimischen Indonesien weiterhin hinduistisches Kultur- und Gedankengut transportieren und deren Charaktere nicht nur im Spiel, sondern auch im Alltag stets präsent sind. Das Anliegen Moogs ist, die Komplexität der Epen, die sich durch eine Vielzahl von miteinander in Beziehung stehenden Charakteren auszeichnen, nachvollziehbar zu machen. Im Hauptteil hat er dazu die im javanischen Schattenspiel vorkommenden Charaktere alphabetisch zusammengestellt, wobei auch die zahlreichen Alias-Namen in Verbindung zur jeweiligen Figur mit dazugehöriger Abbildung gesetzt sind.

Bislang wurden zum Wayang Kulit hauptsächlich Werke in indonesischer Sprache verfasst, wobei Moogs Zusammentragung der Charaktere mit insgesamt 1.300 Namen sogar bereits erschienene indonesische Werke übertrifft. Forschenden, Indonesien-Reisenden und Anderen ermöglicht dieses Buch einen Einstieg in die Welt des javanischen Schattenspieltheaters sowie bereits Kundigen schnelle Informationen zu einer Figur und deren Genealogie, um sich im „Dschungel der spannenden Geschichten zurecht zu finden“, wie es der Autor ausdrückt.

(Südostasien, Zeitschrift für Kultur, Politik und –Dialog)

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Moog, Thomas.:

Java – Wayang Kulit; Göttliche Schatten“

Zur Bestimmung meiner eigenen Wayang-Kulit-Figuren habe ich schon lange nach einem ausführlichen Lexikon gesucht und nun mit dem von Thomas Moog in unglaublicher Akribie zusammengestellten Werk das Richtige gefunden. Die ca. 1.000 Abbildungen haben sich als äußerst nützlich bei Kauf und Bestimmung der Figuren erwiesen. Besonders erfreulich sind die Ausführungen zu Rang, Genealogien und Biographien des Götterpantheons, aber auch der Dämonen, der Könige und Königinnen, Helden und Minister, der Diener, Zofen und Spaßmacher etc. Die großen Epen Ramayana, Arjuna Sasrabahu und Mahabharata, auf denen Wayang fußt, werden kurz nacherzählt. Die wissenschaftliche Einleitung gibt einen ersten Einblick in Funktion und Bedeutung der verschiedenen Wayang-Formen, für Einsteiger ( nicht jedoch für Kenner ) geeignet. Im Anhang finden sich Hinweise zu Aussprache und Betonung von Bahasa Indonesia, Übersetzung der Titel und Anreden, eine kurze Bibliographie, Bildquellen und ein Hinweis zum Werdegang des Autors selbst. Wenn der Verlag sich nun bei einer späteren Neuauflage auch noch zu den Mehrausgaben für farbige Darstellungen entschließen könnte, hätten wir hier das perfekte Buch sui generis.

Terima kasih, Bapak Moog, dan salam hormat.

(Amazon)

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Moog, Thomas:

Lombok – Geschichte, Fakten und Geheimnisse“

Mehr als ein Geheimtipp.

Lombok, die östliche Nachbarinsel von Bali, hat sich „gemausert“. Sieht man ab von den bevorzugten Touristentätigkeiten wie Surfen, Tauchen und „Abhängen“, bleibt noch Vieles zu entdecken. Und genau hier setzt Thomas Moog an. Der Titel „Lombok – Geschichte, Fakten und Geheimnisse“ bringt zwar nicht genügend zum Ausdruck, dass es sich um einen (exzellenten) Reiseführer handelt, trifft aber ansonsten durchaus die Inhalte: Z.B. eine gut strukturierte Einführung in die Kultur der Insel, die sowohl die dort wohnenden Bevölkerungsgruppen, ihre Religion und ihre Geschichte beschreibt. Der „Reiseteil“ erfasst die aufzusuchenden Orte und Städte in übersichtlicher alphabetischer Folge. Was das Buch jedoch über alle ähnlichen Reiseführer erhebt: Der ausführliche und profunde Anteil über Kunsthandwerk, wie Weben, Schnitzen, Architektur, traditionelle Schmuckformen, Waffen u.v.a., vor allem aber die erklärenden Beschreibungen (für uns Westler) „seltsamer“ Gebräuche (Fest der Meerwürmer; Krieg der Reiskugeln etc.). Tatsächlich ist Lombok in vielen Aspekten traditionell geblieben, und auch hierin zeigt sich der anthropologische Forschergeist des Autors: Reste einer eigenen Islam-Form, der Weg des Missionars Nirartha, u.a.m. Ein besondere Rarität und Delikatesse des Buches: Die Abbildungen von Tempeln, Grabsteinen, lokalen Schnitzformen, etc. stammen aus der Feder des Autors.

(Amazon)

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Schwertl, Walter:

„Der Blues des Herrn von Stockham“

Walter Schwertl macht in seinem neuesten schriftstellerischen Werk „Der Blues des Herrn von Stockham“ das Nicht-Besprechbare zum zentralen Erzählgegenstand. Schweigen und Flucht werden zu den wirkungsvollsten Mitteln des Protagonisten im Versuch, sich von den Etikettierungen der Vergangenheit zu lösen und zum Autor der eigenen Lebensgeschichte zu werden. Am Ende bleibt ein versöhnlicher Blick auf das Unvermögen, Teile der eigenen Biografie in der Auseinandersetzung mit sich selbst radikal zu zensieren. Dank eines bürokratischen Verwaltungsfehlers der spanischen Behörden erfährt der Protagonist beim Aufbruch in ein neues Leben eine Namensänderung - aus Mathias, geboren in Stockham, wird: Mathias von Stockham. Absurderweise bildet diese Namensänderung die Eintrittskarte in ein Leben, das ihm seiner Herkunft wegen von anderen immer versagt wurde. Als ein für unehrenhaft erklärter Bastard, aufgewachsen bei Maria, die ihm eine liebevolle Mutter wird, verlebt Mathias seine Kindheit und Jugend in einem österreichischen Dorf, indem er nur als presslauterndes Hiasl bekannt ist. Er wächst mit der schmerzlichen Erfahrung auf, dass diejenigen, die sich als die vermeintlich Normalen definieren, bereits zu wissen glauben, welches Leben ihm vorbestimmt ist. Mathias macht immer wieder den Versuch, sich und den anderen das Gegenteil zu beweisen. Ob als gewiefter Schachspieler, talentierter Boxer oder in seiner Freundschaft zu Monika, der Tochter des Grafen, die auf dem Schloss lebt und bei der er sich sprachgewandt und unbeschwert erlebt; für Momente lässt ihn all dies das Hiasl-Dasein vergessen. Alle unternommenen Versuche werden jedoch konsequent durch Spott und Ausgrenzung von der Dorfgemeinschaft sanktioniert und führen dazu, dass Mathias sich seiner Heimat zeitlebens vertraut und fremd gleichermaßen verbunden fühlt. Die ihn geißelnde Lehre, die geistige Enge des Dorfes, die Demütigungen und das allgegenwärtige Gefühl, nicht dazuzugehören, lassen die Sehnsucht in ihm reifen, der Heimat endgültig den Rücken zu kehren. Mathias holt das Abitur nach, promoviert, und lebt schließlich in seiner neuen Wahlheimat Andalusien. Während dem Hiasl Sprache als Mittel nicht zur Verfügung stand, führen ihn letztlich sein gutes Spanisch, seine Eloquenz und seine Durchsetzungskraft in ein neues, ersehntes Leben. Der ambitionierte Mathias, der in der neuen Heimat Don Mateo genannt wird, wird schließlich zum erfolgreichen, angesehen Geschäftsmann und erwirtschaftet ein beachtliches Vermögen in der Lebensmittelbranche. Er hat sich ein Leben geschaffen, fernab der verordneten Beschränkungen durch Zuschreibungen anderer. Er wird von den Menschen in Andalusien geschätzt und ist eng verbunden mit der Kultur des Landes, liebt den Flamenco und findet in Francisco einen treuen Freund. Das Unvermögen, in tief bewegenden Momenten Erlebtes mit Sprache fassbar zu machen, bleibt jedoch allgegenwärtiges Thema für Don Mateo, den sowohl Fremde als auch enge Vertraute oft als verschlossen, nicht selten grob, kühl-kalkulierend und mit einer ihn ständig begleitenden Einsamkeit erleben. Eine alte Boxverletzung, die eine Verstopfung des Tränenkanals zur Folge hat, macht sich in so manchen Momenten mit tränenden Augen bemerkbar, und scheint ihm, ähnlich dem Schweigen, der Flucht und den Zornesausbrüchen, den größtmöglichen Schutz für die eigene Integrität zu bieten. Sinnbildlich äquivalent zu Don Mateos wiederkehrender Verschlossenheit geht dem alternden Freund und Flamencosänger Francisco nach und nach die Stimme verloren, und auch dessen Existenz wird bedroht durch das Unvermögen, sich anderen durch den stolz gesungenen cante hondo verständlich zu machen ... (Auszüge)

(Online-Journal Systemmagazin, V. Pulch)

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